Platin


Platin - von span. Platina

Platina ist spanisch und bedeutet Silberchen. Im ausgehenden 16. Jahrhundert konnten die Goldsucher in Kolumbien mit dem weißen Metall nicht viel anfangen. Sie hielten die kleinen Körnchen aus dem Kies des Rio Pinto für Silber.

1750 soll der Engländer Watson erkannt haben, dass es sich um ein eigenständiges Element handelt. Ein Jahr später ordnet der schwedische Forscher Scheffer Platin den Edelmetallen zu. Der Grund: es lößt sich nur in Königswasser auf.

Erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts sind die technischen Möglichkeiten so weit gediehen, dass Platin ohne temperatur senkende Zusätze geschmolzen werden kann. Nach und nach werden die sog. Platinnebenmetalle entdeckt und erforscht: Palladium, Iridium, Osmium, Rhodium und zuletzt 1844 das Ruthenium.

Vorkommen

Wie das Gold, so kommt auch Platin meist gediegen (in metallischer Form) vor. Bedeutende Lagerstätten finden sich in Südafrika, im Ural und in Kanada. Bergplatin ist die Bezeichnung für das in primären Lagerstätten gewonnene und Seifenplatin für das aus den sekundären Lagerstätten abgebaute Edelmetall.

Bedingt durch die Vergesellschaftung der Platinerze mit den Platinnebenmetallen ist die Gewinnung und Raffination von Platin um einiges aufwendiger, kostspieliger und komplizierter als die von Gold. Für eine Unze Bergplatin (31,1 g) müssen 10 Tonnen Erz gebrochen werden. Das Merensky-Riff (Südafrika) ist das bislang größte Platinlager der Welt. Hier wird bis zu zweitausend Meter tief nach Platin geschürft. Ist es gefunden, vergehen volle fünf Monate bis zum fertigen Barren. Dazwischen liegen über einhundertfünfzig Arbeitsschritte. Bei Gold dauert es nur vier bis fünf Wochen.

 

Gewinnung und Raffination

 

Die Gewinnung von Platin ist äußerst aufwendig. Es werden hier unterschiedliche Verfahren angewandt, je nach Fundort (primar - sekundär) und nach Art der Erze.

Die Graphik zeigt vereinfacht den Raffinationsprozeß vom Rohplatin bis zum Platin mit einem Feingehalt von über 992/°°°.

Nach dieser Raffination können weitere, zum Teil unterschiedliche Prozesse, folgen, welche den Feingehalt auf 999/°°° und höher steigern.

Die üblichen Lieferformen von Platin sind Barren, Granalien, Blech- und Drahtabschnitte und sogenannter Platinmohr (gepresstes Platinpulver).

Eigenschaften

In reiner Form hat Platin eine grauweiße Farbe. Seine Dichte beträgt 21,45 g ⁄ cm³. Zum Vergleich: →Blei 11,34 g ⁄ cm³ und →Eisen 7,86 g ⁄ cm³.

Sein Schmelzpunkt liegt bei 1.774° Celsius. Es ist weitgehend korrosionsfest und wird nur von 3 Teilen konzentrierter Salzsäure und einem Teil konzentrierter Salpetersäure (sog. Königswasser) aufgelöst. Es besitzt nur eine geringe Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität.
Allergische Reaktionen sind nicht bekannt. So eignet es sich hervorragend als Stift, welcher bei Ohrsteckern durch das Ohrläppchen geführt wird. Platin ist ein ganz besonderer Werkstoff.

Platin - kurze Zusammenfassung wichtiger Eigenschaften

 

Name: Platinum

Bruchdehnung:

41

Farbe:

grau

Chem. Zeichen:

Pt

Dichte:

21,45 g/cm³

Schmelzpunkt:

1.774 °C

Siedepunkt:

3.827 °C

Härte (n. Brinell):

56

Ritzhärte (n. Mohs):

4,3

 

Quelle: http://goldschmiede-bender.de/wissen/metall/platin1.html