Bernstein


Farbe: hellgelb bis dunkelgelb, orange, braunorange; undurchsichtig und durchsichtig

Herkunftsland/Vorkommen: Baltische Republiken, Sizilien, Rumänien, Birma
    

Gruppe/Varietät:

Dieser Edelstein besteht aus prähistorischem Baumharz. Vermutlich
trägt der Bernstein seinen Namen, weil er sich sehr leicht entzünden
lässt. Er leitet sich aus dem Niederdeutschen bernen = brennen ab.
Die Griechen nannten ihn Elektrostein, da er sich durch Reiben mit
einem Tuch elektrostatisch auflädt.

Esoterische Eigenschaften:
Der Sonnenstein bringt Licht und Wärme in das Gemüt und schenkt
eine frische und fröhliche Ausstrahlung. Außerdem kräftigt er die
Entscheidungsfähigkeit und hilft, Angst und Depressionen zu überwinden.

Bernstein ist ein fossiles, erhärtetes Harz von Nadelbäumen aus der Kreide- (vor etwa 140 bis 66 Mio. Jahren) bis Tertiärzeit (vor etwa 66 bis 1,7 Mio. Jahren), ist also - wie auch Bein oder Koralle - kein Mineral im eigentlichen Sinne, sondern ein Edelstein organischen Ursprungs.


Die Farbe von Bernstein variiert von hellgelb über braun bis fast schwarz, durchsichtig bis trüb durchscheinend. Fachleute unterscheiden zwischen bis zu 250 verschiedene Farbtönen, wovon von Sammlern das milchigweiße 'Elfen-Bernstein' aus Harzschaum als die seltenste und teuerste Variante erachtet wird. Das versteinerte Harz enthält oft Einschlüsse (Inklusen) von Insekten und Pflanzenteilen und weist meist Luftblasen und Spannungsrisse auf.

Bernstein ist leicht entzündbar und verbrennt dann mit weihrauchähnlichem Geruch. Mit einem Tuch gerieben lädt er sich stark elektrisch (negativ) auf, er ist gut polierbar und im polierten Zustand stark glänzend, mit einer Mohshärte von 2 - 2,5 ist er jedoch nur etwa so hart wie Alabaster und lässt sich noch mit einem Fingernagel ritzen. Bernstein besteht aus einem Gemisch von hauptsächlich Harz (etwa C40H64O4), Bernsteinsäure, Schwefel und ätherischen Ölen, schmilzt und zersetzt sich bei etwa 290 - 385°C. Bei der Verarbeitung darf er nicht mit großer Hitze oder Säuren behandelt werden.


Durch seine geringe Dichte von nur 1,05 - 1,09 ist Bernstein nur geringfügig schwerer als Meerwasser und wird bei stürmischem Meer leicht vom Meeresboden aufgetrieben und an den Strand gespült (Seebernstein). Die Gewinnung im großen Maßstab erfolgt jedoch im Tagebau. Die größten Fundstätten von Bernstein befinden sich im Bereich der Ostsee (z.B. Bernsteinküste, die Nord- und Nordwestküste des Samlandes), weniger bedeutende Fundorte sind zum Beispiel Sizilien, Rumänien, Birma, Kanada und in den USA.

 


Bernstein mit Einschlüssen
als sogenannter Donut

und undurchsichtiger Bernstein
als abgeplattete Kugel.
   

 

Bernstein, auch 'Gold des Nordens' bzw. 'Gold der Ostsee', 'Göttertränen' oder gar 'baltische Diamanten' genannt, ist vielleicht der erste Edelstein überhaupt, der von Menschen zu Schmuck verarbeitet wurde. Perlen und Anhänger aus Bernstein sind bereits aus der Späteiszeit bekannt. Seit der Bronzezeit wurde Bernstein intensiv über große Entfernungen gehandelt, und Bernstein der Ostsee lässt sich sowohl für das 2. vorchristliche Jahrtausend in Griechenland (Mykene) als auch für das 9. vorchristliche Jahrhundert bei den Skythen ('Tal der Könige' bei Turan, im sibirischen Tuwinien) nachweisen. Fast ausschließlich aus dem Bereich der Ostsee stammender Bernstein ist auch seit Jahrhunderten bei vielen afrikanischen Stämmen ein begehrter und weit verbreiteter Schmuckstein.


Heute wird Bernstein gern als Ringstein, für Anhänger und Broschen, für Ziergegenstände und Intarsienarbeiten verwendet. Das bedeutendste Beispiel für Bernstein-Inkrustination, also das Belegen von Holz mit Tafeln aus Bernstein, ist das inzwischen wieder rekonstruierte Bernsteinzimmer, das ursprünglich Anfang des 18. Jahrhunderts in Berlin für Friedrich I geschaffen wurde, dann aber in den Wirrungen der Geschichte spurlos verschwand.


Unser Wort 'Bernstein' ist aus dem mittelniederdeutschen 'bernestein' bzw. 'barnsten', also 'brennbarer Stein' entlehnt. Andere Bezeichnungen für Bernstein sind: Amber, Succinit, Simetit, Rumänit, Birmit. Mit Elektrum (lat. electrum) wird von Plinius d. Ä. in der naturalis historiae (76 n. Chr.) neben Elektrum auch Bernstein benannt.

Unter Ambroid versteht man die Rekonstruktions-Synthese Pressbernstein.